Viel diskutiertes Heizungsgesetz beschlossen: Was ändert sich nun wirklich in 2024?

Nach langem hin und her und einem Aufschub durch das Bundesverfassungsgericht ist es beschlossen: Das Heizungsgesetz - richtigerweise eigentlich Geb√§udeenergiegesetz - wurde am 08.09.2023 im Bundestag verabschiedet und tritt somit ‚Äď sofern es den Bundesrat passiert ‚Äď bereits zum 01.01.2024 in Kraft. Es regelt die Anforderungen an zuk√ľnftig verbaute Heizungen und legt eine sogenannte 65 Prozent Regel fest. Au√üerdem finden sich im Gesetz Regelungen zum Sozialausgleich, der daf√ľr sorgen soll, dass niemand durch den Kauf einer klimagerechten Heizung einen finanziellen Nachteil erleidet. Wir erkl√§ren, was das hitzig diskutierte Gesetz nun wirklich bedeutet.
Autor
Marlon Melzer
Aktualisiert am
Lesezeit
7 min

Das Heizungsgesetz im Kern: Keine Verbote, sondern eine 65% Regel

Das im Vorfeld häufig angedeutete Heizungsverbot steckt letzten Endes nicht im Gesetz. Es sieht jedoch vor, dass ab dem 01. Januar 2024 jede neu verbaute Heizung zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Zunächst gilt dieser Wert jedoch lediglich in Neubaugebieten.

Bestehende Heizungen sind hiervon nicht betroffen. Eine Austauschpflicht gibt es ebenfalls nicht. Das wirkliche Aus f√ľr Heizungen mit fossilen Brennstoffen wie √Ėl und Gas ist erst f√ľr das Jahr 2045 vorgesehen. Die nachhaltigere und langfristig g√ľnstigere Alternative der W√§rmepumpe wird mit dem neuen Gesetz jedoch ausdr√ľcklich gef√∂rdert und Hauseigent√ľmer k√∂nnen sich √ľber staatliche F√∂rderungen f√ľr W√§rmepumpen von bis zu 70% freuen.

Die Wärmepumpen-Debatte wird der Technologie nicht gerecht

Kaum ein Gesetzesvorhaben hat die Gem√ľter der Deutschen in letzter Zeit so erregt wie das des Heizungsgesetzes. Die Debatte um Verbote und Vorschriften wird der W√§rmepumpentechnologie dabei in vielerlei Hinsicht nicht gerecht, handelt es sich hier doch n√ľchtern betrachtet lediglich um die geniale M√∂glichkeit, mit Strom und aus der Luft um uns herum Heizenergie zu generieren. Und f√ľr sich genommen erm√∂glicht uns die W√§rmepumpe noch weit mehr als ‚Äěnur‚Äú CO2-neutrales Heizen. Sie ist auch im Stande, Kosten einzusparen, die sie mittel- bis langfristig von einem rein pragmatischen Standpunkt aus zum klaren Gewinner vor √Ėl- und Gasheizungen machen.¬†

W√§rmepumpe Preisvergleich √Ėlheizung Gasheizung

Die genauen Preisentwicklungen f√ľr √Ėl und Gas kann dabei zwar niemand genau voraussagen. Was wir jedoch wissen, ist, dass diese fossilen Ressourcen in ihrer Verf√ľgbarkeit eindeutig begrenzt sind. Folglich ist davon auszugehen, dass die Preise hierf√ľr √ľber die kommenden Jahre weiter steigen werden, w√§hrend W√§rmepumpen wohl stetig in der Lage bleiben werden, unsere H√§user g√ľnstig und klimafreundlich zu w√§rmen.

Was wir außerdem mit Sicherheit wissen ist, dass der CO2 Preis schon im Jahr 2024 weiter steigen wird. Und zwar von derzeit 30 Euro pro Tonne auf dann 40 Euro. Bereits 2025 soll der Preis erneut auf 50 Euro pro Tonne angehoben werden. Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Kosten des Heizens mit fossiler Energie haben - Wärmepumpen sind davon nicht betroffen.

Was √§ndert sich mit dem Heizungsgesetz f√ľr Vermieter und Hauseigent√ľmer?

Vermieterinnen und Vermieter sowie Hauseigent√ľmerinnen und Hauseigent√ľmer m√ľssen zun√§chst gar nicht zwingend aktiv werden. Funktionierende und bestehende Heizanlagen k√∂nnen zun√§chst ohne Einschr√§nkung weiter betrieben werden.¬†

F√ľr neu eingebaute Heizungen greift das Gesetz ab dem 01. Januar 2024 ‚Äď vorl√§ufig jedoch auch nur f√ľr Neubauten. Entstehende Kosten f√ľr den Einbau einer W√§rmepumpe k√∂nnen Vermieter √ľber die Modernisierungsumlage auf ihre Mieterinnen und Mieter umlegen. Sofern f√ľr den Einbau die staatliche F√∂rderung in Anspruch genommen wird, muss diese jedoch von der umzulegenden Summe abgezogen werden, sodass nur tats√§chlich selbst gezahlte Betr√§ge auf die Mieter umgelegt werden k√∂nnen.

Tipp: F√ľr Eigent√ľmerinnen und Eigent√ľmer bietet das Gesetz auch die Chance, W√§rmepumpen mit F√∂rdergeldern vergleichsweise g√ľnstig zu bekommen. Bis zu 70 Prozent sind dabei m√∂glich, denn das zeitnahe Umr√ľsten bis 2028 wird mit einer zus√§tzlichen F√∂rderung in H√∂he von 20 Prozent gef√∂rdert.¬†

Denkbar sind damit im Einzelfall Förderungen von bis zu bis zu 37.000 Euro!

Förderungen und Sozialausgleich: Welche Förderungen wird es mit dem Heizungsgesetz geben?

Das Heizungsgesetz sieht eindeutige Regelungen zum sozialen Ausgleich und allgemeine F√∂rderungen vor. So soll es zun√§chst eine einkommensunabh√§ngige F√∂rderung in H√∂he von 30% der zu t√§tigenden Investitionen geben, die allen zugute kommt, die sich k√ľnftig f√ľr eine W√§rmepumpe entscheiden.¬†¬†

Mit einem weiteren vorgesehenen Bonus von 20 Prozent f√ľr den zeitnahen Austausch bis zum Jahr 2028 soll ein zus√§tzlicher Anreiz geschaffen werden, z√ľgig auf klimaneutrale Heizungen umzustellen.

F√ľr Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis zu 40.000 Euro soll es zudem eine zus√§tzliche F√∂rderung von weiteren 30 Prozent geben.

Die Gesamtsumme der F√∂rderungen ist jedoch auf 70 Prozent gedeckelt. Die W√§rmepumpe, die sonst eigentlich etwas teurer ist als √§hnlich dimensionierte Gasheizungen, kann dank F√∂rderungen also sogar g√ľnstiger sein ‚Äď wobei m√∂gliche Ersparnisse durch geringere Heizkosten √ľber die n√§chsten Jahre noch gar nicht eingepreist sind.

Dies ermöglicht individuelle Förderungen von bis zu 37.000 Euro.

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Vielfach angezweifelte Technologieoffenheit bleibt gewahrt

Eine zuletzt vermehrt vorgetragene Kritik am Gesetz bem√§ngelt, dass dies dazu beitrage, die Technologieoffenheit zu gef√§hrden oder v√∂llig aufzugeben. Im √∂ffentlichen Diskurs gewann man so zuletzt sogar den Eindruck, dass das Gesetz die B√ľrgerinnen und B√ľrger ohne Entscheidungsspielraum und M√∂glichkeiten f√ľr individuelle L√∂sungsans√§tze vor vollendete Fakten stellen w√ľrde. Der Tenor war h√§ufig, dass beim Heizungswechsel zwingend eine W√§rmepumpe gekauft werden muss. Doch dieses Bild ist wohl mehr der ideologischen Aufladung rund um die Thematik geschuldet, als dass es wirklich dem Gesetz entsprechen w√ľrde.

Die 65% Regelung stellt nämlich keine spezifischen Anforderungen daran, mit welchen erneuerbaren Energien  dieser Wert erreicht wird. Möglich sind solche Werte etwa auch mit Hybridheizungen, Stromheizungen oder solchen, die Biomasse wie Pellets oder Holz nutzen. Daneben bleibt auch der Anschluss an ein Nah- beziehungsweise Fernwärmenetz eine mögliche Alternative zur Wärmepumpe.

Laut Wirtschaftsminister Robert Habeck soll au√üerdem der Fernw√§rme f√ľr die klimagerechte Energieversorgung gerade in urbanen Gebieten eine herausragende Rolle zukommen.Das ebenfalls k√ľrzlich verabschiedete Gesetz f√ľr eine fl√§chendeckende kommunale W√§rmeplanung nimmt daher Kommunen in die Pflicht, bis 2026 - beziehungsweise 2028 bei kleineren Kommunen - eigene Konzepte vorzulegen, auf deren Grundlage B√ľrgerinnen und B√ľrger fundierte Entscheidungen treffen k√∂nnen.¬†

Beeinflusst das Heizungsgesetz auch Mieterinnen und Mieter?

Das Gesetz sieht eine H√∂chstgrenze der Umlagen beim Heizungstausch zum Schutz der Mieterinnen und Mieter vor, sofern der Vermieter eine W√§rmepumpe einbaut. Denn nach dem Heizungsgesetz darf die Miete durch diese Umlagen um nicht mehr als 50 Cent pro Quadratmeter Wohnraum steigen. F√ľr eine 50 Quadratmeter Wohnung bedeutet dies also eine maximale Teuerung von 25 Euro Mietkosten pro Monat. Die eingebaute W√§rmepumpe muss zudem eine Jahresarbeitszahl von 2,5 oder h√∂her aufweisen, damit diese Kosten √ľberhaupt umgelegt werden d√ľrfen.

Dies gilt jedoch nur f√ľr den Einbau von W√§rmepumpen. Vermieterinnen und Vermieter k√∂nnen andere Kosten, die in diesem Zuge anfallen, etwa f√ľr D√§mmung, ebenfalls und ohne dass die 50 Cent Regelung greifen w√ľrde, an Mieterinnen und Mieter weitergeben.

Das Heizungsgesetz als Chance?

Schon lange vor den nun möglich werdenden Förderungen von bis zu 70% waren Haushalte mit der Wärmepumpe im Stande, nach einer anfänglich etwas höheren Investition, schnell noch sehr viel mehr Geld zu sparen, als sie ausgegeben haben.

Die Amortisationszeit, also die Zeit, nachdem sich eine W√§rmepumpe durch Einsparungen beim Heizen finanziell ausgezahlt hat, verk√ľrzt sich durch diese F√∂rderungen nochmals deutlich. So kann das neue Gesetz also auch als Chance betrachtet werden, g√ľnstiger als zuvor auf eine moderne Heizl√∂sung umzur√ľsten, die nicht nur das Klima spart, sondern langfristig auch in hohem Ma√üe den Geldbeutel schont.

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