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CO2-Zertifikate: Finanzielle Anreize oder leeres Versprechen?

Den CO2-Ausstoß vermeiden und auf erneuerbare Energien umzusteigen, sind unabdingbare Schritte, wenn es darum geht, die Klimaziele zu erreichen. Diese Schritte muss auch die Industrie gehen. Jedes Unternehmen im Bereich Industrie, Kraftwerk und Luftverkehr muss daher für jede ausgestoßene Tonne ein CO2 Zertifikat vorweisen. Wir haben uns angesehen, was solche Zertifikate für den Klimawandel leisten und was mit dem Geld eigentlich passiert.
Autor
Eva Goldschald
Aktualisiert am
Lesezeit
4 min

Was sind CO2-Zertifikate?

Jedes Unternehmen, das eine emissionsintensive Anlage betreibt, muss seit 2021 je ausgestoßene Tonne ein CO2 Zertifikat vorweisen. Solche Zertifikate werden von den EU-Mitgliedstaaten teils kostenlos, teils über Versteigerungen an die Unternehmen ausgegeben. Eine gewisse Menge an CO2-Zertifikaten wird kostenlos an die Unternehmen gegeben, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Kostenlose Zertifikate sollen allerdings laut WDR nach und nach auslaufen. Alle Zertifikate sind unbegrenzt gültig und an den Börsen handelbar. Dieser Handel gilt als der erste grenzüberschreitende und bisher weltweit größte Emissionsrechtehandel.

Durch diesen Handel entsteht ein gewisser Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. In den letzten Jahren ist dieser mehr und mehr gestiegen. Mit den Einnahmen finanzieren Bund und Länder die  Investitionen in erneuerbare Energien wie zum Beispiel von Photovoltaik. Zudem bedeutet das, dass es für Unternehmen immer teurer wird, CO2 auszustoßen.

Kann der Emissionshandel den Klimaschutz finanzieren?

Die Einnahmen aus den Zertifikaten fließen in den Energie- und Klimafonds (EKF). Damit werden unter anderem Klimaschutzprojekte gefördert. Zusätzlich wurden davon 4,7 Milliarden Euro verwendet, um die EEG-Umlage zu senken, womit wiederum die Ökostrom-Produktion gefördert wird. Seit Januar 2021 kostet jede ausgestoßene Tonne 25 Euro. Bis 2025 wird diese Summe kontinuierlich auf 55 Euro jährlich ansteigen.

Im Jahr 2026 liegt die Spanne zwischen mindestens 55 und höchstens 65 Euro. Weil es im europäischen Emissionshandel nur eine begrenzte Menge an Zertifikaten gibt, steigt der Preis, sobald die Nachfrage steigt. Denn dann können die Unternehmen überschüssige Zertifikate wieder verkaufen und werden so finanziell belohnt. 

2021 legte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) gemeinsam mit dem Weltwirtschaftsforum und einer weltweiten Initiative für nachhaltige Landbewirtschaftung (ELD) einen Bericht vor. Dieser besagt, dass wir bis zur Mitte des Jahrhunderts insgesamt acht Billionen Dollar an Investitionen benötigen, um die natürlichen Ökosysteme zu bewahren. Im ersten Moment eine gewaltige Summe. Blickt man allerdings auf das weltweite Bruttoinlandsprodukt, waren das 2022 satte 100,2 Billionen US-Dollar. Der Umweltschutz würde davon also einen sehr kleinen Anteil beanspruchen.

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CO2 Steuer vs. Emissionshandel – wo liegt der Unterschied?

Nach dem Jahr 2025 soll aus der CO2 Steuer der sogenannte Emissionshandel werden. Das bedeutet, nicht der Staat bestimmt den Preis für die Zertifikate. Stattdessen richtet er sich nach der erlaubten Gesamtmenge an Emissionen. Die Zertifikate werden dann direkt an der Börse gehandelt. Unternehmen, die CO2 emittieren, müssen in dieser Menge Zertifikate in Auktionen ersteigern. Die Menge der Zertifikate richtet sich nach dem jeweiligen jährlichen Klimaziel. Im ersten Jahr, also 2026, soll ein Zertifikat nicht mehr als 65 Euro kosten. Danach bestimmt die Nachfrage den Preis. Anders sieht es allerdings bei den Preisen für Zertifikate aus, die schon jetzt von Banken gehandelt werden. Diese kosten an der EU-Emissionsbörse (EU ETS) etwa 84 Euro (Stand Dezember 2022).  


Der Emissionshandel setzt, anders als die CO2-Steuer, direkt dort an, wo der Ursprung des Problems beginnt: Beim Ausstoß von CO2. Anders als der reine Zertifikatehandel, gilt der Emissionshandel länderübergreifend. In Zukunft sollen auch Sparten wie Schifffahrt, Gebäude, Der Emissionshandel setzt, anders als die CO2-Steuer, direkt dort an, wo der Ursprung des Problems beginnt: Beim Ausstoß von CO2. Anders als der reine Zertifikatehandel, gilt der Emissionshandel länderübergreifend. In Zukunft sollen auch Sparten wie Schifffahrt, Gebäude, Straßenverkehr, Kraftstoffe sowie der EU-weite Flugverkehr mit einbezogen werden. Damit betrifft die Regelung auch Privathaushalte.

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Fazit: CO2 Zertifikate: Wichtiges Tool oder doch wertlose Papiere?

Der Handel mit Zertifikaten zur CO2-Kompensation bietet grundsätzlich Vorteile. Durch die Abgabe von Emissionen entstehen Kosten, die wiederum in Klimaprojekte investiert werden können. Dennoch existiert auch eine negative Seite dieser Praxis. Es gibt sogenannte Zertifizierungsstellen, die festlegen, wie viele CO2-Zertifikate einem bestimmten Umweltschutzprojekt angerechnet werden dürfen. Diese Unternehmen arbeiten mit selbst entwickelten Standards, um die eingesparte CO2-Menge eines Projektes zu berechnen. Das größte Unternehmen in diesem Bereich ist Verra mit Sitz in Washington. Ihr Verified Carbon Standard gilt als Gütesiegel für den weltweiten Offset-Markt.

Über einen Zeitraum von neun Monaten führten Journalisten von The Guardian, Die Zeit und der britischen Investigativ-Plattform Source Material umfangreiche Recherchen zu dem Unternehmen durch. Dabei wurden Gespräche mit Wissenschaftlern, Insidern und indigenen Gemeinschaften geführt und verschiedene Studien ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als 90 Prozent der von Verra zertifizierten Waldschutzprojekte keinen Wert hatten. Obwohl Verra Zertifikate ausstellte, floss das dafür vorgesehene Geld nicht in die Projekte. Lediglich 8 von 29 analysierten Waldschutzprojekten konnten nachweislich die Abholzung deutlich verringern.

Solche Zertifikate sind in der Theorie eine gute Einnahmequelle, um die Energiewende zu unterstützen. Richtig sicher sein, dass das Geld tatsächlich in Projekte fließt und sich Unternehmen nicht einfach von ihren Emissionen freikaufen, gibt es aber scheinbar nicht.

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